| Laura
Fuge Ein Mauersegler stellt sich vor . . . |
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| Hallo, ich bin ein erwachsener Mauersegler und ich möchte Euch gerne erzählen was ich den lieben langen Tag so mache: Morgens wenn die Sonne aufgeht, werde ich wach. Wie gerne würde ich erst einmal selber frühstücken, doch ehe ich`s mich versehe, fangen meine Kinder an zu schreien, sie warten auf ihr Frühstück. Auch meine Frau ist inzwischen aufgewacht. Ich wünsche ihr einen guten Morgen; während sie auf die Kinder aufpaßt, mache ich mich auf die Suche nach etwas Eßbarem. Dazu verlasse ich unser Nest, wenn ihr mich dabei sehen würdet, so würdet ihr Euch sicher wundern...ich gebe ja zu, wenn Mauersegler ihr Nest verlassen, sieht das in der Tat etwas merkwürdig aus. |
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Wir verlassen unsere meist sehr hoch gelegenen Nester im Sturzflug nach unten - natürlich lenken wir immer rechtzeitig gegen, schließlich sind wir ja keine Kamikaze-Flieger. So, jetzt wird`s langsam Zeit, daß ich was zu essen finde, naja was heißt hier finden, wir Mauersegler machens uns manchmal leichter als viele andere Vogelarten, wir reißen einfach den Schnabel auf und warten, bis uns die Leckerbissen direkt in den Mund fliegen. Wir können nicht nur in der Luft essen, sondern auch trinken, uns begatten, Nestbaustoffe sammeln und sogar schlafen; das hättet ihr wohl nicht gedacht, was ? Aber ihr müßt wissen, daß wir von allen Lebewesen am besten an ein Leben in der Luft angepaßt sind. | ![]() |
Oh, ich merke gerade, daß mein Mund voll ist, ich schiebe das Essen in meine Schlundtasche und verklebe es mit Speichel zu einem Nahrungsballen, den ich in unser Nest bringe, um die hungrigen Mäuler unserer Kinder damit zu stopfen. Ich fliege also zu unserm Nest zurück, was sicher nicht weniger komisch aussieht als mein Abflug: Ich fliege das Nest in einem hohen Bogen von oben kommend an. Zu Hause angekommen füttere ich unsere Kinder, nun werde ich eine Weile auf sie aufpassen, während meine Frau wegfliegt, um noch mehr Essen herbeizuschaffen. Seit wir kleine Kinder haben, geht das den ganzen Tag so, da kommen wir gar nicht mehr zur Ruhe, kleine Kinder zu versorgen ist ein echter Fulltimejob. | ![]() |
Aber jetzt kann ich mich für einen kleinen Moment ausruhen. Ich blicke auf den Martplatz hinunter, ihr müßt wissen, wir nisten auf einem Mauervorsprung eines hohen Kirchturms und tief unter uns liegt die Stadt. Wir Mauersegler wohnen meistens ziemlich hoch und sehr oft bauen wir unser Nest auf die Mauervorsprünge hoher Gebäude, wozu auch immer die Menschen diese Dinger bauen man sollte sie nutzen. Ich sehe, meine Frau kommt mit einem vollen Schnabel zurück. Unsere Kinder sitzen geschützt in einer kleinen dunklen Höhle im Gemäuer und trotz der Dunkelheit finden wir die hungrigen kleinen Mäuler sofort, denn unsere Kinder haben einen weißen Fleck an Kinn und Stirn, der im Dunkeln ein wenig leuchtet. | ![]() |
Nach dem Frühstück machen wir ersteinmal sauber. Ja, ob ihr`s glaubt oder nicht, auch Mauersegler müssen aufräumen: Damit unser Nest sauber bleibt, befördern wir Kot und Harn unserer Kinder hinaus. Sicher wollt ihr nun auch wissen, aus was für Materialien unser Nest eigentlich besteht: Bauen wir Mauersegler ein Nest, so verkleben wir die Baustoffe gut mit Speichel, so daß keine längeren Fäden mehr aus dem Boden des Nestes herausgucken, denn sonst wird`s gefährlich: Schließlich wäre es nicht das erste Mal, daß ein Mauersegler ohne es zu merken mit seinen schafen Krallen am Nest hängenbleibt und sich ahnungslos zum Abflug vom Nest in die Tiefe stürzt, er bleibt mit dem Kopf nach unten am Nest hängen und stirbt - ein Alptraum für einen jeden Mauersegler. | ![]() |
Aber um uns mache ich mir da keine Sorgen, denn unser Nest ist gut
verklebt. Was höre ich da, die Kinder fangen wieder an zu schreien ich
muß wieder los auf Nahrungssuche. Tja, zur Zeit sind meine Frau und ich
rund um die Uhr mit den Kindern beschäftigt. Aber das wird bald vorbei
sein; ihr müßt wissen, daß unsere Kinder zur Zeit stark an
Gewicht zunehmen, am Ende der dritten Woche werden sie schwerer sein als meine
Frau und ich, hättet ihr das gedacht ? Ihre Fettschicht hilft ihnen auch
in Notzeiten zu überleben und nicht zu verhungern. Ein paar Tage vor dem
Ausfliegen werden sie wieder leichter, wenn sie erstmal ausgeflogen sind, kann
ich mir eine Verschnaufpause gönnen. [Laura war Schadowschülerin, als sie dies schrieb. Wir danken!] |
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| Ein Mauersegler-Bericht aus
Aurich "Ihre schrillen Schreie fehlen lange Monate" |
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| Ein Presseaufruf an
Tierfreunde "Wer Brutplätze der Vögel kennt" |
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