Unser Naturschutzprojekt in der Berliner Presse
  
8. 6. 99 Live aus dem Falkennest ins Internet  Schüler spähen Falken-Alltag aus 
              Von Wolfgang Albus Berliner Morgenpost 
 
Zehlendorf. Die Lehrer im Turm der Schadow-Oberschule starren wie Musterschüler auf den Flaum eines jungen Falken. Vogelspezialist Ludwig Schlottke knipst einen numerierten Ring am Fuß des jungen Raubvogels fest, der vor wenigen Tagen aus dem Ei geschlüpft ist. Nur zwei Schüler dürfen an diesem Morgen hoch zur lärmempfindlichen Falkenfamilie. Und doch beobachtet die ganze Schule, wie die kleinen Falken wachsen, fressen und in einigen Tagen ihren ersten Flug wagen werden. Video und Internet machen es möglich. Eine Kamera überträgt Bilder aus dem Nest direkt auf einen Bildschirm im Klassenzimmer.
Ein weiteres Kamera-Team dokumentiert, wie Schlottke den Tieren ihre Ringe von der Vogelwarte Radolfzell anlegt. Diese Bilder sind nicht nur für den Unterricht gedacht. Sie können weltweit übers Internet abgerufen werden. Die Adresse lautet http://www.turmfalken.de. Wer im deutschsprachigen Teil des Datennetzes nach Informationen über Turmfalken sucht, landet an erster Stelle beim Falken-Projekt der Schadow-Schule. Eine Lehrerin überzeugte die Stiftung Naturschutz Berlin, das Projekt mit einer Digitalkamera zu sponsern. Und einen den Turmfalken namensverwandten Sockenhersteller motivierte sie, die Internet-Kosten zu übernehmen. Der nur schwer zugängliche Turm des 1914 erbauten Gebäudes an der Beuckestraße 27 Zurück
bietet schon seit neun Jahren je einem Falkenpärchen Asyl zur Aufzucht des Nachwuchses. 42 Falken schlüpften bereits über dem Schuldach. Von den ungewöhlichen Gästen kündeten bisher Foto- und Texttafeln, aber live aus dem Nest können die Schüler erst in diesem Jahr beobachten, was sich dort tut.
Das Stimmengewirr im Biologiesaal verstummt sofort, wenn das Falkenmännchen dem hungrigen Nachwuchs eine Wühlmaus in den Schnabel steckt. Doch die Fütterung ist nichts für zarte Seelen. Zum Beispiel, wenn bei Familie Falke wieder ein entlaufener Goldhamster auf der Speisekarte steht. Vogel-Experte Schlottke betont: «Nur das, was man kennt, kann man lieben und schützen.»
Das nächste Vogelkunde-Projekt könnte bald im starten: Ein Tonband mit Piepsgeräuschen soll scheue Mauersegler als neue Schulbewohner in einen Nistkasten locken. Dann ist wieder die ganze Schule live dabei. Schlottke schränkt ein: «Vorausgesetzt, daß die Mauersegler nicht vorher von den Falken an den Nachwuchs verfüttert werden.»
8. Juni 1999 Berliner Morgenpost

Aus den Bezirken Zehlendorf 8. Juni 1999

Jetzt auch im Internet zu sehen: Alltag einer Turmfalkenfamilie
Den Alltag einer Turmfalkenfamilie erleben Schüler der Schadow-Oberschule jetzt live. Entweder an einem Fernsehschirm im Biologiesaal oder am heimischen Computer via Internet
Seit neun Jahren brüteten Turmfalkenpaare meistens unbeobachtet im Turm des historischen Schulgebäudes an der Beukestraße 27. Im Unterricht erklärten Lehrer mühsam mit Texttafeln und Fotos, was sich im Nest abspielt. Denn der baufällige Zugang zum Nest der störungsempfindlichen Tiere ist für Schüler gesperrt. Die Initiatoren des Projektes verweisen auf 42 Jungtiere, die im Schulturm schlüpften. Eine Kollegin verbreitet das Falkenleben multimedial. Eine Schülergruppe schneidet Videobänder und organisiert die Technik der Live-Übertragungen. Gestern bekamen die vier jungen Turmfalken Erkennungsringe. Bilder von diesem Ereignis können Vogelfreunde im Internet betrachten. Dafür hat die Schule die Internetadresse http://www.turmfalken.de eingerichtet. Das nächste Projekt steht schon fest: Es sollen auch Mauersegler in der Schule nisten. Wal
8. Juni 1999 Berliner Morgenpost
 
 
Berliner Abendblatt Lokalausgabe Zehlendorf, 9.6.99

Demolux-Luxus an drei Zehlendorfer Schulen 
"Kreide und Tafel haben fast ausgedient" 
Zehlendorf. Kürzlich bekamen drei Zehlendorfer Schulen Demolux-Geräte - eine Kombination aus Tageslichtprojektor und Computer. Damit ist eine ganze Menge möglich: Zum Beispiel können die Jugendlichen der Schadow-Schule frisch geschlüpfte Turmfalken live beobachten, und zwar vom Klassenzimmer aus. 
Möglich war die Anschaffung durch die Zusammenarbeit des Bezirksamts mit der Berliner Landesinitiative "CidS!"-Computer in die Schulen". Neben dem Schadow-Gymnasium haben auch die Erich-Kästner-Grundschule und die 2. Gesamtschule jeweils ein Gerät bekommen. 
Nikolaus Neuffert von der CidS-Geschäftsstelle: "Die Demolux-Geräte sind schülergerecht und robust." Man könne Videokameras und -recorder, Disketten, Soundkarten anschließen und mit Hilfe des integrierten Computers im Internet surfen. Eine tragbare Tastatur und eine Fernbedienung machen es möglich, die Schüler selbständig arbeiten zu lassen. "Die Kreide und die Tafel haben fast ausgedient", so Harald Mier, Schulleiter des Schadow-Gymnasiums. Das Gerät werde in allen Fächern eingesetzt werden, soweit es schon entsprechende Software gebe. 
Der Biologielehrer freute sich besonders, weil er mit dem neuartigen Overhead-Projektor Life-Dokumentationen über das Turmfalkenprojekt im Fach Biologie nicht nur im Internet, sondern auch im Unterricht präsentieren können. Möglich macht es eine Videokamera, die ans Demolux-Gerät angeschlossen wird und die die gerade geschlüpften Falken ins Klassenzimmer holt. Inzwischen denkt man am Schadow-Gymnasium auch über die Ansiedlung von Mauerseglern nach. "Unsere Schüler sind schon bei der Gestaltung unserer Homepage über sich hinausgewachsen. Jetzt können wir sogar Multimedia-Shows veranstalten und Kontakte zu anderen Schulen ausweiten", so die Lehrer. Über das aktuelle Projekt gibt es bereits eine Web-Seite (www. turmfalken.de). Die Schüler seien höchst motiviert, fast alle können am Gymnasium über einen Computer verfügen und haben gute Kenntnisse. 
Bildungsstadtrat Stefan Schlede bedankte sich für die rund 10.000 Mark teueren Geschenke. "So werden neue Anreize geschaffen, die natürlich auch in anderen Schulen die Nachfrage nach solchen Geräten erhöhen." Doch ohne Sponsoren könne man sich das nicht leisten. "Gefragt ist auch das Engagement von Eltern und der Wirtschaft. Ein erster Schritt ist getan!" kiki

  
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